…gar wahrlich Wunder von Taten… (vom 6ten Februar 2010)
Hiho,
was hat ein kluger Kopf einmal gesagt,
"Bricht ein neues Jahrzehnt an, so erwachen die Geister des Tatendranges
und lassen euch gar wahrlich Wunder von Taten vollbringen!"
Muss ein ganz schöner Depp gewesen sein.
Tatendrang? Wahrlich Wunder von Taten? Ich bitte Euch, glaubt ihr das wirklich?
Ich meine, schaut mich mal an, meine Masse hat eine derartige Anziehungskraft,
die lässt selbst den Mond aus seiner Umlaufbahn driften und verdunkelt die
Sonne. Böse Zungen behaupten ich wäre so hungrig, ich würde zehn Packungen
Frühstückscerialien in die Milchstraße rühren und mich daran gütlich tun!!! :shocked:
Kurz um ich bin immer noch fett, träge und faul, wie soll da 2010 was besser werden als 2009.
Daher hab ich die ersten 7 Kalenderwochen darauf verwendet, es meinen Artgenossen gleich
zu tun und einen wohligen Winterschlaf zu halten.
Als ich dann wieder erwacht bin, mir die Plauze gekrault habe und genüsslich einen
gegen den Wind geblasen hatte, griff ich nach meiner Kamera (eigentlich wollte ich zum
Kühlschrank, hab aber daneben gegriffen) und ging mal photographieren.
Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten wir die Verwandtschaft zu Gans und Rouladen Fressgelage
geladen. Natürlich wäre ich nicht der Micha, wenn so ein Tag nicht auf typisch Hechtsche Manier,
in die Analen der Geschichtsbücher eingegangen wäre.
So ex- oder implodierte pünktlich zum Rouladenaufsetzen das Cerankochfeld und flog den jungfräulichen
Fleischscheiben um die ungewickelten Ohren. :shocked:
Fantastisch, Gäste unterwegs, Klöse und Nudeln noch nichtmal auf dem Weg in den Topf, Gans im Backofen
und Rouladen kaum splitterfrei auf dem von Schrappnel übersäten Küchentisch.
Welch bravuröse Garnition an Weihnachtsstimmung machte sich breit, oh frohlockend trällerte ich
Lieder von Verderb, Zerstörung, getränkt von bitter bösem Väkaluat und gar garstig, grimmigem Getöse.
Nunja, über kurz oder lang, wurden die Rouladen ein Stockwerk höher bei Schwiegermutter gegart,
kamen eine Stunde verspätet auf den Tisch, aber was solls, das sind diese Tage von denen man noch in
50 Jahren erzählt.
"Damals vor 50 Jahren, als in Trautskirchen ein Cerankochfeld zu Bruch ging, hörte man einen grimmigen Neandertaler, 100Meilen weit, bitter böse Flüche durch die kalte Winterlandschaft brüllen!"
Da aber alles Schlechte auch seine guten Seiten hat, haben wir nun ein neuen Cerankochfeld, blingbling! ![]()


Die Kindleins sind nun schon einige Monate bei uns und haben sich recht gut eingelebt.
Der Zwerg steht auf Autos und baut liebend gern alles auseinander, was auseinander geht.
Und all das, was nicht auseinander geht, wird eines Besseren belehrt und gibt irgendwann auch auf. ![]()


Die "Prinzessin" des Anwesens wurde nach Ablichten dieser Eindrücke, umgehend dazu aufgefordert,
ihren Saustall aufzuräumen.
Ich dachte schon dort unter dem Bett, wäre der Schminkspiegel vom Spitzboden und somit
die geheime Paralellwelt wieder aufgetaucht.
War zum Glück aber nur Spielzeug das "vorübergehend" aus dem Weg "geräumt" wurde und
sollte "später" ja wieder zum Spielen hervorgeholt werden.
(klaaaaaaar)



Eigentlich wollte ich das Tor zu diesem grauenhaften Ort nie wieder aufstoßen, aber ich hatte meine
Feuerwerkssachen dort deponiert und die Hälfte vergessen aufzuräumen.
Bei soetwas wird der gemeine europäische Hausdrache, namens "FRAU", recht flott unleidig, pampig und unflätig. :shocked:
Ich schnappte mir also flux mein Gerümpel, entfloh nur haarscharf den ersten Feuerstößen des schuppigen Untieres, griff zur Wegzehrung nach einem Stückchen Sahnetorte und machte mich auf in die Untiefen des Grauens das sich "gelbes Zimmer" schimpft.
Mir wird die Ehre zu Teil, dieses Prunkstück an meisterlicher Handwerkskunst das in seiner Perfektion wohl kaum zu übertreffen ist, mit meinen eigenen Händen zu renovieren, man höre und staune.
Ich bin geblendet und falle unwürdig darnieder. Kniend drücke ich meine Stirn in den alten Teppichboden und
Küsse die Flusen meiner unverwandten Ahnen.
Ich fühle mich erleuchtet und erhebe mein Antlitz um auf die verbliebenen Fetzen der alten, gelben Tapete zu starren, die meine Schwiegermutter in einem Anfall von Größenwahn in wenigen Minuten, was sage ich, Sekunden, von der Wand gerissen hatte.
Und ich erkenne welch wahrlich Wunder von Taten ich vollbringen werde, wenn meine Geister des Tatendranges erwachen und mich leiten. ![]()




Nun bin ich müde und lege mich zur Ruh - mir wird auch ein wenig schlecht,
vielleicht erhöhrt jemand mein Wimmern und Flehen? Hallo, ist da jemand? Ich glaube nicht.
Ich fühle mich einsam, allein, es wird kalt.
Ich sinke zu Boden, kauere mich embryonengleich zusammen, halte die Fäuste zitternd vor das verzerrte
Gesicht geballt und verfluche das letzte Stückchen Sahnetorte, das ich umbedingt noch
essen musste und sehe wie der Ofen langsam erlischt.
MfG
Micha